Prix Valmy





Das Institut de France gegründet am 25. Oktober 1795 nimmt unter den großen französischen Einrichtungen eine durchaus besondere Stellung ein, sowohl aufgrund seiner Geschichte als auch seiner Zusammensetzung, seiner Tätigkeiten und seiner gegenwärtigen Ziele. Darin hat die Institution, die sich durch Vielfalt der Disziplinen sowie durch Mäzenatentum auszeichnet, auch im Ausland als Maßstab und Vorbild gedient.

Ernest Renan, französischer Schriftsteller und Philisoph, schrieb im Jahre 1867 : "Das Institut ist Frankreich ganz eigen. In vielen Ländern gibt es Akademien, die von der Bedeutung ihrer Mitglieder und der Wichtigkeit ihrer Arbeiten her mit den unseren rivalisieren können. Doch nur Frankreich besitzt ein Institut, in dem alles Streben des menschlichen Geistes gebündelt werden, in dem Dichter, Philosophen, Historiker, Kritiker, Mathematiker, Physiker, Astronomen, Naturwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler, Juristen, Bildhauer, Maler, Musiker kollegial verkehren."

Das Institut de France, hat die Aufgabe :
die Künste und Wissenschaften nach dem Prinzip der Disziplinvielfalt zu vervollkommnen ;
die Tausende von Spenden, Nachlässe und Stiftungen, die ihm anvertraut wurden, zu verwalten und sich anhand ihrer die Erfüllung der ersten Aufgabe zu ermöglichen.
Es besteht aus der Zusammenlegung von fünf Akademien :

Jeder Akademie kommt eine spezifische Rolle in ihrem jeweiligen Kompetenzfach zu:

Die Académie française
Deren offizielle Aufgabe war und ist die „Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache“, insbesondere durch die Erarbeitung eines normativen Wörterbuchs sowie anderer Referenzwerke (Grammatik, Rhetorik, Poetik

Die Akademie der Inschriften und Belletristik) betreibt Forschungen in den Bereichen klassische Antike, Orientalistik, Mittelalter und Renaissance;

Die Akademie der Wissenschaften) entfaltet ihre Tätigkeiten und Überlegungen in den Feldern der Mathematik, der Physik, der Chemie, der Naturwissenschaft, der Biologie und der Medizin.

Die Akademie der schönen Künste setzt sich zum Auftrag, die verschiedenen künstlerischen Disziplinen auszuloten und zu fördern, wobei kürzlich auch Film und Fernsehen darin einbezogen wurden.

Die Akademie der Moral- und Politikwissenschaften widmet sich den großen gesellschaftlichen Fragen anhand aller Aspekte der Human-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaft
Sie ist in sechs Sektionen untergliedert in derer 8 Persönlichkeiten den Titel les immortels („die Unsterblichen“) erhalten die Académiciens (ein Wort das sich nur auf sie bezieht und nicht, wie in Deutschland, auf Studierte allgemein) in Anspielung auf die Inschrift À l'immortalité! („Zur Unsterblichkeit!“) in dem von Richelieu verliehenen Siegel. Nicht selten wird hierbei die Bezeichnung (bei allem Respekt) ironisch verwendet, im Hinblick auf die hohe Sterblichkeitsrate der oftmals betagten Herren und Damen.
I : Philosophie
II : Moral und Soziologie
III : Rechtswissenschaften
IV : Wirtschaft und Finanzen
V : Geschichte und Geographie
VI : Section générale, früher "freie Mitglieder" genannt

Dazu kommen 12 sehr hohe Persönlichkeiten die als ausländische assoziierte Mitglieder in der Akademie aufgenommen wurden:

1970 : Otto von Habsburg
1986 : Juan Carlos Ier
1987 : Jean Starobinski
1989 : Javier Perez de Cuellar
1992 : Joseph Ratzinger, Papst Benedikt der XVI
1992 : Charles, Prince de Galles
1992 : Vaclav Havel
1993 : Roland Mortier
1996 : Ismail Kadare
2006 : Jean-Claude Juncker
2008 : El Hassan bin Talal
2008 : Dora Bakoyannis

Außer Kolloquien und wissenschaftlichen Arbeiten übernimmt unter anderem das Institut die Schirmherrschaft zahlreicher Ehrenpreise die von jeder Akademie vorgeschlagen werden.